Sensationssieg beim Tabellenführer – KSV gewinnt 3:2 bei RW Frankfurt

Unglaublich aber wahr. Die 1. Mannschaft sichert sich mit großartigem Einsatz drei wichtige Punkte im Kampf gegen den drohenden Abstieg aus der Verbandsliga.

Klein-Karben gelingt Sensation beim Spitzenreiter

Geht da doch noch was für den KSV Klein-Karben? Am Samstag gastierte der Verbandsliga-Letzte aus der Wetterau beim Spitzenreiter Rot-Weiß Frankfurt, und jeder dachte, die Mannschaft von KSV-Coach Zeynel Güngörmez müsse sich dort ausschließlich auf Schadensbegrenzung beschränken. Doch es kam alles ganz anders. Zweifacher Torschütze: Sven Kunisch führt den KSV Klein-Karben zum überraschenden 3:2-Erfolg bei Rot-Weiß Frankfurt. Nach einer zwar nicht hochklassigen, aber jederzeit spannenden Auseinandersetzung durfte eine echte Sensation registriert werden: Klein-Karben triumphierte nämlich auf dem Sportgelände am Brentanobad mit 3:2 (1:1), durfte gleichzeitig nach sieben vergeblichen Versuchen den ersten Auswärtserfolg der laufenden Saison feiern und kann in Sachen Klassenerhalt wieder ein wenig optimistischer in die Zukunft blicken. Helden des Tages auf Klein-Karbener Seite waren zweifellos Torwart Etienne Schmidt, der gegen Fliess (4./64.) und Beckmann (38.) reaktionsschnell Schlimmeres verhinderte, und – vor allem – Kapitän Sven Kunisch. Bislang vorwiegend als Innenverteidiger eingesetzt, brachte ihn Coach Güngörmez diesmal – wie vorher auch angekündigt – als Sturmspitze. Und zwar mit durchschlagendem Erfolg, denn auf sein Konto gingen zwei KSV-Goals der Marke »Tor des Monats«. Zunächst (35.) gelang dem Routinier der wichtige 1:1-Ausgleich mittels Volleyabnahme aus halblinker Position nach einem Sachs-Flankenwechsel. Später, in der 83. Minute, überlistete er Rot-Weiß-Keeper Mike Wroblewski durch einen gefühlvollen Heber von rechts, den Olcay Bayram mit einem punktgenauen 40-Meter-Pass ermöglicht hatte. Es war die Vorentscheidung zum 1:3-Zwischenstand und ein Schlag ins Kontor für die gastgebenden Rot-Weißen, die trotz 80 Prozent Ballbesitz am Ende ihre zweite Saisonniederlage schlucken mussten. »Glückwunsch an die Klein-Karbener Truppe, die mit hohem kämpferischem Engagement zur Sache gegangen ist«, befand Frankfurts Klubchef Ottmar Klaus. Fürs eigene Team sei es eine Blamage gewesen: »Unsere Mannschaft ist für grenzenlosen Hochmut und pure Überheblichkeit bestraft worden«. Zeynel Güngörmez analysierte den selbst in den eigenen Reihen nicht wirklich erwarteten Triumph beim Liga-Leader ganz ohne Pathos: »Technisch gesehen können wir mit Teams der Frankfurter Art sicher nicht mithalten. Rufen wir allerdings unsere Tugenden ab, hoher Einsatzwille und volle Konzentration, sieht’s anders aus«. Sei darüber hinaus die Chancenverwertung optimal, könne man jedem Verbandsliga-Rivalen Paroli bieten: »Exakt diese Faktoren haben gegen Rot-Weiß Frankfurt gegriffen und uns letztlich den Sieg gebracht«. Neben Kunischs Doppelpack erwies sich Adrian Bitiqs Solo, dargeboten in der 58. Minute und abgeschlossen mit einem knallharten Schrägschuss ins rechte Eck zum 1:2-Zwischenstand, ebenfalls als wichtige Voraussetzung für den Gäste-Dreier. Und so blieb der Elf von Frankfurts Coach Benny Sachs lediglich der schwache Trost, von summa summarum fünf Toren das erste und das letzte erzielt zu haben: Varol Akgöz hatte nach 26 Minuten auf Flanke von Abdul Ghani aus kurzer Distanz zur Führung ins Schwarze getroffen, während in der Nachspielzeit Florian Beckmann mit seinem Volltreffer zum 2:3-Endstand das gefühlte Desaster ein wenig erträglicher gestaltete.

Rot-Weiß Frankfurt: Wroblewski – Ghani (76. Sabic), Mus, Gültekin (65. Prasler), Bilski – Fliess (65. Arnautis), Kadir Fil – Beckmann, Ucar, Akgöz – Barnes.

KSV Klein-Karben: Schmidt – Bartoschek, Howard, Mimi, Faulstich – Nowak, Bayram – Sachs (85. Katilmis), Gramowski (72. Silvan Gök), Bitiq (68. Yildiz) – Kunisch.

Steno: Tore: 1:0 (26.) Akgöz, 1:1 (35.) Kunisch, 1:2 (58.) Bitiq, 1:3 (83.) Kunisch, 2:3 (92.) Beckmann. - Schiedsrichter: Frank Naumann (Ranstadt). – Zuschauer: 80. Uwe Born (Wetterauer Zeitung