Klein-Karben unter Wert geschlagen – Erste unterliegt 1:4 in Ober-Erlenbach

Die Wetterauer Zeitung titelt "Unter Wert geschlagen", was den Nagel ziemlich genau auf den Kopf trifft. Der KSV verliert am gestrigen Sonntag 1:4 (0:2) bei der SG Ober-Erlenbach. Dabei brachten sie die Kärber mit einem Doppelschlag nach individuellen Fehler kurz vor der Halbzeit selbst um den Lohn einer bis dahin ordentlichen Partie. Als der KSV kurz vor Schluß aufmacht, um noch einmal alles zu versuchen, musste man noch das 0:3 und 0:4 hinnehmen, bevor Gramowski den Ehrentreffer erzielte. Nun heißt es Wunden lecken und auf die beiden schweren Spiele am Freitag gegen Fauerbach und am Dienstag in Usingen vorbereiten.

Hier der gesamte Bericht der WZ:

Wenn man lediglich das Endergebnis von 4:1 für die SG Ober-Erlenbach betrachtet, ist man geneigt, von einer deutlichen Pleite für den Verbandsliga-Absteiger KSV Klein-Karben in der Gruppenliga auszugehen. Betrachtet man die 90 Minuten im Wingert-Sportpark neutral, muss man von einer deutlich zu hohen Niederlage der Jörg-Elf sprechen. Der Sieg der Mannschaft von Trainer Michael Deuerling geht sicherlich aufgrund der größeren Cleverness und Abgezocktheit in Ordnung, ist letztendlich aber deutlich zu hoch ausgefallen. Vorallem in der ersten halben Stunde wirkte der Gast aus Klein-Karben deutlich strukturierter und gefälliger als die gastgebende SGO.

Schnierle vergab bereits in der Anfangsphase eine der dicksten KSV-Chancen, als er völlig freistehend an Hugo Hell im Kasten der, Hausherren scheiterte (4.). Der brandgefährliche Faouzi Atmani deutete seine Gefährlichkeit kurz danach erstmals an, scheiterte aber am starken KSV-Keeper Rühl (8.). Ausdruck der gefällígeren Spielweise der Marmschaft von Trainer Alexander Jörg waren zwei Einschussmöglichkeiten für Gramowski, der sich in Ermangelung eines gelernten Stürmers als alleinige Spitze versuchte (27./30.).

SGO-Coach Michael Deuerling war zu Beginn ganz und gar nicht einverstanden mit der Darbietung seiner Mannschaft, verzichtete aber auf einen frühzeitigen Wechsel und beorderte Serhat Bagriacik von der rechten Außenbahn für Sascha Parafinczyt in den Sturm zu Atmani, was sich als goldener Schachzug erweisen sollte. Bargriacik bediente Pierre Hübsch mit einem guten Rückpass, Rühl zeigte sich bei dessen Schuss aus zehn Metern wieder reaktionsschnell (31.). Ein grober individueller Fehler des KSV führte zur durchaus überraschenden Führung der Gastgeber. Hübsch spritzte in einen zu kurzen Rückpass von Timo Burkert und spitzelten den Ball an Yannick Rühl vorbei zum 1:0 ins Tor (39.). Wiederum Schnierle verpasste den durchaus möglichen Ausgleichstreffer kurz vor der Pause, als er fast von einer Unentschlossenheit von Hell profitierte, den Ball aber knapp über das Tor hob (44.). Im Gegenzug folgte der zweite Nackenschlag für den KSV, quasi mit dem Halbzeitpfiff erhöhte Faouzi Atmani (ehemals Darmstadt 98) nach toller Kombination über Kapitän Pedram Ghazahnfari und Bagriacik auf 2:0 (45.).

Nach dem Wiederanpfiff versuchte der KSV weiterhin geduldig zum Torerfolg zu kommen, hatte aber weiterhin Schusspech gepachtet. Szoerny wuchtete eine gefühlvolle Freistoßflanke von Habib per Kopf an die Latte (50.) Nachdem Schnierle abermals aus aussichtsreícher Position vergab (55.), verzeichneten auch die Hausherren einen Aluminium-Treffer - Banchettos Freistoßknaller landete am Pfosten (57.). Weitere KSV-Chancen von Murat Salu (62./Hell zeigte sich auf dem Posten) 'und erneut Schnierle (65.) blieben ungenutzt. Zum Ende hin machte der Verbandsliga-Absteiger immer mehr auf und hatte bei Serhat Bagriaciks Großchance zunächst noch das Glück auf seiner Seite (72.). Das Deuerling-Team holte kurze Zeit später zum entscheidenden Doppelschlag aus. Atmani mit seinem zweiten Tagestreffer (82.) und Ali Haydar Bilgin per Kopf (85.) schraubten das Ergebnis in die Höhe. Dem neben Julian Mistetzky besten Gästeakteur Marvin Gramowski blieb zumindest noch der Ehrentreffer vergönnt (88.).

Michael Deuerling zeigte sich nach dem ersten Saisonsieg seiner Mannschaft zufrieden: »Mein Team hat eine engagierte Vorstellung geboten. Ich denke, dass der Sieg in dieser Höhe in Ordnung geht.« KSV-Coach Alexander Jörg konnte der Sichtweise seines Kollegen nichts abgewinnen: ››Wir waren richtig gut im Spiel und haben uns durch individuelle Fehler in der Phase vor der Halb- zeitpause selbst auf die Verliererstraße gebracht. Das Ergebnis spiegelt in meinen Augen das Spielgeschehen nicht wider. Uns haben insgesamt zwölf Spieler gefehlt, so dass ich mit Robin Graf noch den Ersatztorhüter für den verletzten Robin Pierce einwechseln musste. Wir müssen es in den nächsten Wochen irgendwie schaffen, diese enormen Personalprobleme zu überstehen.«

SG Ober-Erlenbach: Hell - Krüger, Rodriguez, Sarfo, Banchetto (80. Chaikhoun) - Bagriacik, Ghazahnfari, Pauls, Hübsch (58. Bilgin) - Atmani, Parafinczyt (58. Beck).

KSV Klein-Karben: Rühl - Bayram, Pierce, Wellmann, Bakanhan (70. Ogbasilase), Gök, Gramowski, Habib, Burkert (58. Salu), Fink, Szoerny.

Tore: 1:0 (39.) Hübsch, 2:0 (45.) Atmani, 3:0 (83.).Atmani, 4:0 (85.) Bilgin, 4:1 (88.) Gramowski. Schiedsrichter: Sascha Faust (Neuhof). - Zuschauer: 70.

Bericht: Wetterauer Zeitung - Marcus Dippel, vom 18.08.2014