"der damals 32-jährige Thorsten Dauth: "Für den (Mladen Sucec, ein ganz junger Kerl) war das etwas ganz Besonderes. Also habe ich mich kurz vor der Pause 'verletzt' gemeldet "

 KSV Klein-Karben - Eintracht Frankfurt - Saison 2000/2001

Testspiel am 04.10.2016: : KSV U19/FC Karben – Eintracht Frankfurt

Als Eintracht Frankfurt zum letzten Mal ein Gastspiel im nur wenige Kilometer vom Riederwald entfernten Klein-Karben bestritt, war das neue Jahrtausend gerade einmal acht Monate alt, Bundeskanzler war Gerhard Schröder, die deutsche Nationalmannschaft ging seit der EURO 2000 durch eine ihrer tiefsten Krisen und Eintracht Frankfurt wurde von Felix Magath trainiert, der am letzten Spieltag der Saison 1999/2000 mit einem 2:1 gegen den direkten Konkurrenten Ulm den Klassenerhalt sicherstellen konnte.

Die KSV-Fußballer hatten im Sommer 2000 ihren ganz eigenen Erfolg feiern können: Zum einzigen Mal in der Vereinsgeschichte wurde man Hessenmeister , verzichtete aber auf den Aufstieg in die damals drittklassige Regionalliga, da man der Ansicht war, die Auflagen des DFB dafür nicht stemmen zu können.

Und so trafen sich am 1. August 2000 der Ober- und der Bundesligist vor rund 2.200 Zuschauern in Karben zu einem Kräftemessen, bei dem die Eintracht mit fast allen Stammkräften wie Oka Nikolov, Petar Houbtchev, Thomas Sobotzik, Horst Heldt, Marco Gebhardt, Rolf-Christel Guié-Mien oder Jan-Aage Fjörtoft auflief – schließlich war es das vorletzte Testspiel vor Beginn der Bundesliga-Spielzeit 2000/01.

Der turmhohe Favorit aus Frankfurt, der direkt aus dem Trainingslager kam, agierte im Spiel nach vorne aber behäbig, während der amtierende Hessenmeister alles aus sich herausholte und Mitte der ersten Halbzeit in Führung ging, als Gebhardt einen Klärungsversuch mit Karacho ins eigene Netz beförderte, sich dabei auch noch verletzte und zur Pause ausgewechselt werden musste. "Wenn sich jemand beim Schuss aufs eigene Tor verletzt, dazu fällt mir nichts mehr ein", soll ein ernüchterter Magath nach der Partie zu dieser Situation gesagt haben.

Die von Niko Semlitsch trainierten Karbener, bei denen Goran Skeledzic und Enis Dzihic im Sturm spielten, Thomas Drescher (später 1. FC Kaiserslautern) im Mittelfeld auflief und Zehnkampf-Olympia-Teilnehmer Thorsten Dauth zwischen den Pfosten stand, waren nun natürlich besonders motiviert. Bis auf einen. "Semlitsch sagte mir vor der Partie, dass ich natürlich das ganze Spiel machen würde. Aber wir hatten ja noch einen zweiten Torwart, Mladen Sucec, einen ganz jungen Kerl", erinnert sich der damals 32-jährige Dauth. "Für den war das etwas ganz Besonderes. Also habe ich mich kurz vor der Pause 'verletzt' und dem Trainer gesagt, dass es nicht mehr weiter ginge. Auf dem Weg in die Kabine kam dann Fjörtoft zu mir und hat sich nach meinem Zustand erkundigt. Als ich ihm den wahren Grund nannte, hat er gelacht."

Kurz vor dem Seitenwechsel erhöht der Gastgeber durch Enis Dzihic, der von der Strafraumgrenze aus erfolgreich war, sogar noch auf 2:0. Zwar kam die SGE durch Guié-Mien per Kopf (!) nach 50 Minuten zum 1:2-Anschlusstreffer, doch die Zeitungsberichte der damaligen Zeit erzählen, dass der KSV selbst nach diesem Tor die stärkere Mannschaft blieb und am Ende sogar verdient als Sieger vom Feld ging. "Wir sind im Kopf noch nicht frei für die Bundesliga. Einige sind zu weich in der Birne. Aber ich werde Mittel und Wege finden, die Köpfe frei zu machen", kommentierte Magath nach der Partie. Das gelang nur bedingt, denn am Ende der Saison mussten die Hessen die Bundesliga als 17. leider verlassen, Magath selbst wurde im Januar 2001 durch Rolf Dohmen und dieser dann durch Friedel Rausch ersetzt. Der KSV belegte in der Oberliga Hessen einen soliden achten Rang.

Quellen: Eigene Recherche, www.eintracht-archiv.de